Grundlagen der Anwaltsvergütung

 

Vorab die schlechte Nachricht:  Rechtsberatung kostet Geld. Die ehrenamtliche kostenfreie Rechtsberatung in den Räumen der Gemeinde Timmendorfer Strand, bei der derzeit insgesamt 4 ortsansäßige Anwälte und Anwaltinnen Hilfe für Ratsuchende bieten, stellt eine Ausnahme da.  Hier können Sie im Rahmen der am Montag und Donnerstag stattfindenden Sprechstunden eine kostenfreie Ersteinschätzung Ihres Anliegens bekommen. Es gibt jedoch  keine kostenfreie Rechtsberatung am Telefon und keine kostenfreie Rechtsberatung in meiner Kanzlei, es sei denn, Sie kommen mit Ihrem Beratungs- oder PKH-Schein nach vorheriger Terminvereinbarung !

 

Die Höhe der anwaltlichen Vergütung ergibt sich entweder aus dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) oder aus einer Vergütungsvereinbarung. Vergütungsvereinbarungen sind statt der Abrechnung der gesetzlichen Gebühren immer möglich. Es sind jedoch die Regelungen der §§ 49b BRAO und 3a ff. RVG zu beachten. In gerichtlichen Verfahren können die gesetzlichen Gebühren jedoch nicht durch Vereinbarungen unterschritten werden. Die Vereinbarung einer höheren als der gesetzlichen Vergütung ist jederzeit möglich.  § 9 RVG sieht vor, dass der Rechtsanwalt einen Vorschuss für seine Tätigkeit bereits vor Beendigung des Mandates verlangen darf. Um hier die "Streu vom Weizen" zu trennen und eine effektive Bündelung meiner Arbeitskraft gewährleisten zu können, mache ich von diesem Recht in der Regel Gebrauch, wenn keine Rechtsschutzversicherung einsteht oder der Mandant erstmalig meine Dienste in Anspruch nimmt.

 

Gesetzliche Gebühren

 

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz besteht zunächst aus dem Gesetzestext und zusätzlich dem Vergütungsverzeichnis. Der Gesetzestext enthält die allgemeinen gebührenrechtlichen Vorschriften, das Vergütungsverzeichnis die einzelnen Gebührentatbestände. Im zivil-, verwaltungs- und sozialrechtlichen Bereich berechnen sich die Gebühren nach dem Gegenstandswert. Durch dieses System aufwandsunabhängiger Vergütung soll die so genannte Quersubventionierung gewährleistet werden. Mandate mit hohem Gegenstandswert sollen finanziell den im Verhältnis hohen Arbeitsaufwand bei Mandaten mit geringem Gegenstandswert ausgleichen. Mehr Informationen finden Sie auch auf der Homepage der Bundesrechtsanwaltskammer. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass ein Anwalt nicht teuer ist. Der Handwerker von nebenan oder auch die Reinmachfrau kostet häufig viel mehr die Stunde.  Eine kleine fiese Nachbarschaftsstreitigkeit mit ein paar abgeschnittenen Pflanzen und einer "moderaten" Beleidigung, ein Faustschlag auf die Zwölf, ein geflogenes Mobiltelefon, ein geliehenes und dann zerstörtes Fahrrad haben  beispielsweise unter Umständen einen Streitwert von bis 500,00 €. Meine Gebühr beträgt dann sagenhafte 58,50 € außergerichtlich.  Dafür gibt es ein erstes Beratungsgespräch mit Ihnen und ich schreibe mit der Gegenseite in den meisten Fällen 3-4 x hin und her.  Macht das Spaß ? Nein.

 

 

Honorarvereinbarung

 

Außerhalb der gesetzlichen Vergütung nach dem RVG rechne ich in Einzelfällen und nach vorheriger Absprache nach  Honorarvereinbarung ab. Das Honorar wird dann vertraglich zwischen dem Mandanten und dem Rechtsanwalt vereinbart. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach Art, Anspruch und Umfang der Sache und beträgt zwischen 125 - 200  €  / Stunde, ist jedoch grundsätzlich verhandelbar. Zudem können gerade in Strafsachen Pauschalgebühren für bestimmte Verfahrensabschnitte oder Verhandlungstage vereinbart werden. In besonders gelagerten und gesetzlich zulässigen Fällen besteht die Möglichkeit, dass ein Erfolgshonorar vereinbart oder ein Prozessfinanzierer hinzugezogen wird.

 

Strafverteidigung

 

Bei meiner Tätigkeit als Strafverteidiger und einhergehend gerne bei akuter Führerscheinverlustgefahr mache ich, sofern ich nicht als Pflichtverteidiger beigeordnet bin, von meinem Recht Gebrauch, einen angemessenen Vorschuss zu verlangen.  In der Regel beträgt dieser 50% der Gesamtgebühren. Dieser Vorschuss wird in der Endabrechnung natürlich angerechnet. 

 

Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe

 

In Deutschland soll Ihr rechtliches Schicksal nicht davon abhängen, ob Sie finanziell auf Rosen gebettet sind oder nicht. Wenn es also "um die Wurst geht" , dann haben Sie nicht nur den Anspruch auf einen strafrechtlichen Pflichtverteidiger, sondern auch in den anderen Bereichen des Rechts Anspruch auf fachlich qualifizierten Beistand.  Außergerichtlich haben Sie , sofern Sie sich Rat nicht aus Ihren eigenen beschränkten Geldmitteln kaufen können, einen Anspruch auf Beratungshilfe. Die Beratungshilfe beantragen Sie beim für Ihren Wohnsitz zuständigen Amtsgericht. Dazu müssen Sie diesen Beratungshilfebogen ausfüllen.

 

Wenn Rechtssachen nicht mit der Beratungshilfe erledigt werden können, dann geht es den gerichtlichen Weg. In zivil- und verwaltungsrechtlichen Angelegenheiten gibt es dann unter ähnlichen Bedingungen wie bei der Beratungshilfe Verfahrens- oder Prozesskostenhilfe.  Auch diese ist beim zuständigen Gericht zu beantragen. Den Antragsbpgen dafür finden Sie hier.

 

 

 

 

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Rufen Sie mich an unter:  04503 - 40 67 32 oder nutzen Sie das Kontaktformular.

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